Großprojekte
Der Wolferskopf


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Neuntöter

Kleines Knabenkraut

Warzenbeisser

Fransen-Enzian

Silberbläuling

Übersehenes Knabenkraut

Willkommen im Naturschutzgebiet Wolferskopf



Das Naturschutzgebiet "Wolferskopf' ist mit 337 ha das größte Schutzgebiet im Saarland. Diese alte Kulturlandschaft mit buntblumigen Wiesen, Hecken, Äckern und Streuobstbeständen wurde in den letzten Jahrhunderten vom Menschen geschaffen, als er das Land von seinem natürlichen Waldkleid entblößte, um Ackerbau und Viehzucht zu betreiben.
Mit der Vielfalt der Lebensräume ist eine reichhaltige und einzigartige Pflanzen und Tierwelt verknüpft, die weit über den Wolferskopf hinaus bekannt ist.


Durch den Rückzug der Landwirtschaft seit den 60er Jahren verbuschten
jedoch große Bereiche und viele Pflanzen und Tierarten, die von einer naturverträglichen Landnutzung abhängen, verloren ihre Lebensgrundlage.
Deshalb wurde die fortschreitende Verbuschung am Wolferskopf durch planmäßige Eingriffe zurückgedrängt und eine naturverträgliche Landnutzung wieder aufgenommen.
Dies unterscheidet den Wolferskopf deutlich von den meisten Naturschutzgebieten, bei denen es darauf ankommt, menschliche Eingriffe gezielt auszuschließen.

Lernen Sie die reizvolle Natur und Landschaft am Wolferskopf bei einer geführten Wanderung kennen oder erkunden Sie das Gebiet auf eigene Faust. Informationstafeln entlang der Wanderwege teilen Ihnen dabei Wissenswertes mit. Verlassen Sie aber nicht die ausgewiesenen Wege und vermeiden Sie jede Beeinträchtigung der störungsanfälligen Lebensgemeinschaften.


Wie alles anfing

Es war im Jahr 1926, als Heinrich Andres, Volksschullehrer in Bonn, Botaniker und Verfasser der "Flora des mittelrheinischen Berglandes", zu dem Studenten Paul Haffner sagte: " Wenn Sie einmal wieder in Merzig sind, dann wandern Sie in das Haustadter Tal, vom Fischerberg zum Hangelberg und weiter nach Osten. Immer am Südhang entlang. Sie werden viele Pflanzenarten finden, die aus dem Süden und Westen Europas in das Rheinland eingewandert sind."

Und Paul Haffner machte sich auf den Wege ein Leben lang. Ab 1934 führte er inzwischen Studienrat am Jungengymnasium in Merzig pflanzensoziologische und pflanzengeographische Untersuchungen durch, die eine reiche Ausbeute erbrachten. Seine Forschungsergebnisse fasste Paul Haffner, der auch Kreisbeauftragter für Naturschutz war, in einem Gutachten zusammen, das am 17.05.1938 dem Landrat des Kreises Merzig zugeleitet wurde, als Grundlage für die Ausweisung eines Naturschutzgebietes in den Gemeinden Beckingen und Haustadt. Über 20 Jahre vergingen, bis am 19.05.1959 das Naturschutzgebiet" Wolferskopf" diesen Namen hat Paul Haffner geprägt In einer Größe von etwa 39 ha ausgewiesen wurde.
Am 15.05.1987 folgte die erste Erweiterung um 96,5 ha und am 02.03.1995 schließlich die Erweiterung auf die heutige Größe von 337 ha. So nahm schließlich ein gutes Ende, was Paul Haffner vor über 60 Jahren angestoßen hatte. Alle Naturfreunde freuen sich mit ihm über diesen Erfolg.

Die Landschaft am Wolferskopf verdankt ihre Entstehung einer kleinbäuerlichen Nutzung. Nachdem sich jedoch die "Bergmannsbauern" seit den 60er Jahren immer mehr aus der Landwirtschaft zurückzogen, setzte eine zunehmende Verbrachung der Landschaft ein. Die ehemals extensiv genutzten Wiesen und Weiden verbuschten Immer mehr und die auf offene Standorte angewiesenen Pflanzen- und Tierarten verloren Stück für Stück ihren Lebensraum. Um diese traditionell extensiv genutzte Kulturlandschaft mit vielen landes- und bundesweit seltenen Pflanzen- und Tierarten dauerhaft zu schützen, wurden große Teile der Brachflächen entbuscht und wieder für eine bäuerliche Bewirtschaftung hergestellt. Zur Sicherung einer dauerhaften naturverträglichen Nutzung konnten mehrere Bewirtschafter gewonnen werden. Ein anerkannter Biolandbetrieb bewirtschaftet ohne Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden 15 ha Ackerland, 60 ha Wiesen und pflegt die Magerrasen. Seine Vogesenrinder beweiden ca. 25 ha ehemals verbrachter Grünlandfläche. Alle Biolandprodukte werden direkt ab Hof vermarktet.

Zwei Obstbauern im Nebenerwerb nutzen unter ökologischen Gesichtspunkten rund 2.000 Obstbäume, erzeugen Tafelobst und stellen einen naturtrüben Apfelsaft, Apfelessig und Apfelschnaps her.
Ein Wanderschäfer zieht im Spätsommer mit seiner Herde über den Wolferskopf, die vor allem die Kalk-Halbtrockenrasen beweidet.

Naturschatzkammer Wolferskopf


Einzigartige Fauna und Flora


Alte Kulturlandschaften wie der Wolferskopf zeichnen sich durch eine Vielzahl von Lebensräumen aus. Ebenso reichhaltig ist die Tier- und Pflanzenwelt, die mit vielen bedrohten Spezies vertreten ist.

Allein 450 Pflanzenarten kommen am Wolferskopf vor, davon 54 Rote-Liste-Arten. Am artenreichsten sind dabei die Salbei-Glatthaferwiesen und die Kalk-Halbtrockenrasen. Letztere verdanken ihre Entstehung einer früher extensiven Beweidung. Hier wachsen allein zwölf verschiedene Orchideenarten, aber auch der Fransenenzian und die gelbe Spargelerbse.

Ein kleiner Quellsumpf ist die Heimat des Übersehenen Knabenkrautes, das sonst nirgendwo im Saarland vorkommt. Er dient zudem der Gelbbauchunke als Lebensraum. Hier fliegt auch der leuchtend rot gefärbte Große Feuerfalter, ein weltweit im Bestand bedrohter Schmetterling.

Aus der am Wolferskopf beheimateten Vogelwelt sind insbesondere der Raubwürger, der Neuntöter, der Grünspecht, die Hohltaube und der Wendehals erwähnenswert.

Die Insektenwelt bietet allein 23 Heuschreckenarten, darunter so seltene Arten wie der Warzenbeißer oder Buntbäuchige Grashupfer. Weitere erwähnenswerte Schmetterlingsarten sind der Zwerg-Bläuling, der Thymian-Ameisen-Bläuling und der Kreuzdorn-Zipfelfalter.

Bei den Reptilien sei auf die Ringel- und Schlingnatterbestände verwiesen.