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Modebaumarten in der Forstwirtschaft
In Mitteleuropa befinden wir uns im sommergrünen Laubwaldgürtel
der gemäßigten nördlichen Breiten. Ohne Einwirkung
des Menschen wäre die dominierende Vegetationsformation
auf größter Fläche der Wald. Dominante Art auf
den meisten Standorten wäre unter natürlichen Verhältnissen
die Rotbuche.
Mit steigender Bevölkerungszahl wurde der Wald als unverzichtbarer
Lieferant für Baumaterial und als einzige Energiequelle
im ausgehenden Mittelalter zunehmend knapper. Diese sich abzeichnende
Energiekrise markiert die Geburtsstunde einer geregelten Forstwirtschaft.
Auf der Suche nach ertragreichen Baumarten zur Anreicherung der
vorhandenen Palette heimischer Hölzer hat man seit Jahrhunderten
immer wieder versucht auch besonders vielversprechende, fremdländische
Baumarten anzubauen.
Die meisten dieser Arten stammen aus klimatisch vergleichbaren
Zonen Nordamerikas.
Im Zuge einer naturverträglich und ökologisch orientierten
Waldwirtschaft in den öffentlichen Waldungen des Saarlandes
ist die künstliche Begründung von Beständen fremder
Baumarten seit Jahren kein Thema mehr. Noch vorhandene Monostrukturen
dieser Art werden sukzessive in gemischte Wälder aus heimischen
Arten überführt.
Robinie
Beschreibung:
Landläufig als "Akazie" oder "Scheinakazie"
bezeichnet.
Die Robinie ist ein Schmetterlingsblütler (Leguminosae).
In einer Lebensgemeinschaft mit Knöllchenbakterien an den
Wurzeln kann die Robinie Stickstoff sammeln.
Dies befähigt sie auch nährstoffarme, sandige und sterile
Substrate, wie Abraumhalden etc zu besiedeln.
Durch ihre intensive Stickstoffanreicherung kann es zu deutlichen
Änderungen des Standortes kommen. Übrig bleiben häufig
artenarme Brennesselfluren im lockeren Schirm des Robinienwaldes.
Als anspruchslose Art wurde die Robinie lange Zeit als Pionier
für die Böschungs- und Haldenbegrünung eingesetzt.
So ist sie heute eine der dominierenden Arten auf Industriebrachen
und entlang vieler Bahndämme. Sie ist überaus stockausschlagfreudig
und breitet sich durch Wurzelausläufer sehr massiv aus.
Als Trachtpflanze ist die Robinie mit ihren weißen traubigen
Blüten bei Imkern sehr beliebt.
Die raschwüchsige Lichtholzart erreicht Höhen von bis
zu 30 m.
Das überaus harte und widerstandsfähige gelb-grünliche
Holz wurde früher bevorzugt für Weide- und andere Pfähle
verwendet.
Verbreitung
Heimat der Robinie ist der Osten der USA. (Appalachen)
Etwa 1640 als Park- und Zierbaum nach Europa verbracht, wird
sie seit etwa 1770 zur Aufforstung armer Standorte verwendet
und ist heute überall weit verbreitet.
Douglasie
Beschreibung:
Die Douglasie hat ein riesiges natürliches Verbreitungsgebiet
im pazifischen Nordamerika, von Kalifornien bis weit hinauf nach
Britisch Kolumbien. Außerdem kommt eine Inlandform in den
Rocky Mountains vor.
In ihrer Heimat erreicht sie unter optimalen Standortbedingungen
Höhen bis zu 90 m und ein Alter von mehreren hundert Jahren.
Die Douglasie ist sehr raschwüchsig und bildet ein hartes,
widerstandsfähiges Holz mit rotem Kern, das sehr dem Lärchenholz
ähnelt.
Die aromatisch duftenden Nadeln sind sehr weich und weisen ähnlich
wie bei Tannenarten auf der Unterseite 2 weiße Wachsstreifen
auf, in denen die Schließzellen sitzen.
Kalkböden verträgt die Douglasie nicht. Sehr gut wächst
sie auf tiefgründigen mäßig sauren Substraten
Ihre Wuchskraft im Vergleich zu allen anderen Nadelholzarten
ist beeindruckend.
Das Holz ist vielseitig verwendbar, verlangt jedoch wegen des
hohen Harzgehaltes eine besondere Säge- und Verarbeitungstechnik.
Zur Erziehung hochwertigen astfreien Holzes muss die Douglasie
frühzeitig künstlich geastet werden.
Verbreitung:
Die Douglasie ist eines der "Opfer" der letzten und
stärksten Vereisungsperiode in Europa. Vor der Würmeiszeit
als Gattung auch hier vertreten, hat sie diese Phase mit Zurückweichen
nach Süden und langsamer Rückwanderung nicht erfolgreich
gemeistert und ist so aus Europa verschwunden.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts machte David Douglas
die ersten Anbauversuche in England. Seit etwa 1900 wurde sie
mit zunehmender Tendenz vermehrt forstlich angebaut. Die ältesten
Douglasien auf europäischem Boden haben mittlerweile Höhen
von ca 50 m erreicht
Weymouthskiefer
Beschreibung:
Frostharte anspruchslose 5-nadelige Kiefernart, die aus dem östlichen
Nordamerika und dem Gebiet der großen Seen stammt. Im 19.
Jahrhundert von dort eingeführt.
Sehr weiche, lange Nadeln. Weymouthskiefernholz ist sehr leicht,
weich und wird zum Modellbau und für Imkergerät verwendet.
Nach Anfangserfolgen im Anbau kam ein herber Rückschlag
durch eine Pilzerkrankung. Der sog. Blasenrost mit einem Wirtswechsel
zu Stachelbeeren (!) hat die meisten Weymoutskiefern bereits
dahingerafft.
Japanische Lärche
Die Heimat der Japanischen Lärche ist die Hauptinsel Honshu
und die nördliche Insel Hokkaido. Sie hat ähnliche
Eigenschaften, wie ihre europäische Verwandte, von der sie
sich durch eine eher blaugrüne Benadelung, rötlich-violette
Feinäste und eine etwas breitere Krone unterscheidet.
Verschiedentliche Anbauversuche mit mäßigem Erfolg.
Roteiche
In Nordamerika bilden die Roteichen eine Familie mit mehreren
Arten.
Die bei uns angebaute Art Quercus rubra ist im östlichen
Nordamerika, von Kanada bis in den Süden der östlichen
USA vertreten.
Sie ist anspruchslos und gedeiht auch auf armen sandigen Standorten.
Gegen Trockenheit und verschmutzte Luft ist sie recht unempfindlich.
Unverkennbar ist das charakteristische Blatt mit ausgeprägten
Spitzzacken. Die Roteiche blüht und fruchtet regelmäßiger
und häufiger als die heimischen Stiel- und Traubeneichen.
Die Herbstfärbung geht von einem fahlen gelb-braun bis zu
einem wirkllich flammenden karmesinrot. (Name !)
Im Freistand als Parkbaum entwickelt die Roteiche ein riesige,
breit-sperrige Krone.
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