2. Einleitung

(1) Die internationale Diskussion um die Notwendigkeit eines nachhaltigen Klimaschutzes ist von Konzeptionslosigkeit und mangelndem politischen Durchsetzungswillen bei konkreten Maßnahmen gekennzeichnet. Auf der nationalen Ebene, die von Handlungsinitiativen der deutschen Bundespolitik geprägt sein sollte, zeigt sich das gleiche Bild. Seitens des Bundeskanzlers ist zwar anläßlich der "1. Vertragsstaatenkonferenz zur Klimarahmenkonvention" im März/April 1995 in Berlin die Zielsetzung der Bundesregierung zur CO2-Minderung weiter präzisiert worden, die Realisierung dieser Zielsetzung wird jedoch auf breiter Front aufgrund unzureichender oder fehlender Instrumente bezweifelt.


(2) Vor dem Hintergrund der internationalen Entscheidungsunfähigkeit und der Tatenlosigkeit der deutschen Bundespolitik erfordert ein aktiver Klimaschutz ein sofortiges und nachhaltiges Handeln auf der Ebene der Bundesländer und Kommunen. Die Landesregierung des Saarlandes hat deshalb im Sinne der "Agenda 21", die während der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro verabschiedet wurde, ein umfassendes Klimaschutzgutachten in Auftrag gegeben.


(3) Das Klimaschutzgutachten Saarland konzentriert sich auf die Potentiale zur Reduktion der CO2-Emissionen in den beiden Bereichen Energie und Verkehr sowie die hierbei zur Verfügung stehenden Umsetzungsinstrumente.

Die mit der Energienutzung verbundenen CO2-Emissionen sind nur ein Teil der klimarelevanten Gasemissionen. Um dennoch insbesondere die Reduktionspotentiale bei Methan und Distickstoffoxid umfassender bewerten zu können, wurden in die Untersuchungen die Bereiche "Land- und Forstwirtschaft" sowie "Abfallwirtschaft" in einer weniger detaillierten Analyse einbezogen.

In Abbildung 2-1 ist die Grobstruktur des Klimaschutzgutachtens zusammenfaßt.


(4) Die ergebnisorientierte Kurzfassung muß sich in der Darstellung auf die wesentlichen Annahmen und Berechnungen beschränken. Für vertiefende Betrachtungen wird daher auf die jeweiligen Materialbände und den Abschlußbericht verwiesen. Im Vordergrund dieser Kurzfassung steht das entwickelte Umsetzungskonzept für das Saarland.